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Kautschuk Gussformen von Figuren erstellen
Ein heller, ruhiger und gut belüfteter Arbeitsplatz ist sehr zu empfehlen. Da es doch immer ein wenig tropft und kleckert sind eine abwischbare Unterlage und ein Lappen notwendig. Der erste wirkliche Arbeitsschritt besteht darin, sich eine Box/Schachtel/Behälter auszusuchen, die in etwas größer als die zu gießende Figur ist . Dabei ist zu beachten, daß die Form keine schrägen Wände hat (das ist sehr wichtig, damit der zweite Teil der Form nachher passgenau aufgesetzt werden kann). Hierfür eignen sich runde oder rechteckige Kunststoffbehälter, wie z.B. Keksverpackungen, Dosen, etc. Die Höhe der Box sollte die Höhe der liegenden Figur um einige cm übersteigen.
Zur Herstellung der ersten Gussformhälfte wird die Formen-Modelliermasse weichgeknetet - je länger man die Masse bearbeitet, umso weicher wird sie. Anschließend wird die Masse in die Box gedrückt und leicht glattgestrichen. Die gewählte Miniatur wird nun vorsichtig in die weiche Masse gedrückt. Mit einem Modellierwerkzeug muss die Masse nun gleichmässig bündig an der Miniatur verstrichen werden, so dass keine Lücken oder Löcher entstehen.
Hierbei ist zu beachten, dass gewisse Teilbereiche einer Miniatur besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Hervorstehende Teile wie Waffen sowie wichtige Details wie Gesichter oder Verzierung sind so ein Beispiel. Ihr könnt dies auch an einigen eurer gekauften Miniaturen sehen, wenn ihr auf die Gussgrate achtet. Die Überlegung, in welchen zwei Formhälften die Miniatur abgegossen wird, ist sehr wichtig, wenn nicht das Wichtigste überhaupt - also erstmal in Ruhe nachdenken ;-)
Mit der Modelliermasse kann man nun auch die zusätzlichen Gussgrate für schwierige Stellen anbringen und einen Gießkegel formen, in den man dann das Metall einfüllt. Mit einem Stift kann man zusätzlich noch 3-4 ca. 1cm tiefe Löcher in die Modelliermasse drücken. In der einen Kautschukform entstehen so Noppen, in dem Gegenstück passende Vertiefungen, die der Gussform später besseren Halt geben.
Nun muss man die passende Menge (viel Spass beim Schätzen) Silikon-Kautschuk in die Form füllen. Je nach Angaben des Herstellers muss man das Kautschuk vorher aus 2 Komponenten (Härter und Kautschukrohmasse) anrühren. Etwas mehr Härter lässt es schneller trocken und die Masse wird flüssiger, mehr als doppelt soviel wie empfohlen darf man aber nicht nehmen, die Masse härtet sonst zu schnell und Luftblasen können nicht entweichen.
Der Kautschuk wird nun langsam in die Form gegeben. Zwischendurch immer mal wieder pausieren, damit besagte Luftblasen in Ruhe aufsteigen können. Die Figur muss etwa 1cm hoch mit der Masse bedeckt sein, damit die Gussform nachher stabil genug ist, um in Form zu bleiben. Nun trocknet das Ganze vor sich hin, einfach stehenlassen, auch wenn es schwerfällt :-)

Mit dem Modellierwerkzeug kann man nun vorsichtig die getrocknete obere Kautschuklage entfernen. Die Miniatur wird nun aus der Modellmasse (rechts auf dem Bild) befreit und von Rückständen gereinigt. Ein harter Pinsel wirkt hier Wunder. Diese Kautschuklage (links im Bild) ist die erste Gussformhälfte, zur Herstellung der zweiten Hälfte muss sie zusammen mit der Miniatur unten in den Gussbehälter eingesetzt werden.

Es ist etwas schwierig, die Figur passgerecht in die Form einzubetten. Rohe Gewalt hilft hier leider nicht, meistens sitzt die Form nicht genau genug in dem Behältnis, so dass sie durch Druck deformiert wird. Manchmal sind auch unterhalb der Form Luftblasen eingeschlossen. Dass die beiden Kautschukhälften sich verbinden, kann man ab Besten mit etwas Formen-Trennvaseline verhindern. Die Oberseite der Form wird sorgfältig damit eingeschmiert, vorher muss man auch die Modelliermasse für Gussgrate und den Gießkegel wieder einsetzen.
Genau wie bei der Ersten kann nun die Kautschukmischung für die zweite Gussformhälfte auf die Miniatur gegeben werden. Sie muss wieder gründlich austrocknen, danach einfach die Figur und Modellmasse entfernen, eventuell die Gussgrate und den Gießkegel nachbessern - Fertig !
Die abgegossene Miniatur aus unserem Gießmetall. Die Details sind schön rausgekommen, die Form ist stabil und ich habe schon ein Dutzend Abgüsse hinter mir. Einen Luftkanal zum Hufeisen habe ich noch geschnitten, mehr Nacharbeit war nicht nötig. Mehr zum Abgiessen findet ihr hier in unserem Gießguide.